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Hannah Calin
18. Dez. 2018 (13:00) 
Die Palas®-Gründer über die Anfänge des Unternehmens

„Wir waren damals alle drei Junggesellen, jeder musste nur für sich selbst sorgen und da haben wir einfach losgelegt“ erinnert sich ­Leander Mölter an die Anfänge der Firma ­Palas® im Jahr 1983. Als Mitstreiter für die Firmengründung auf dem damals noch ganz neuen Feld der Partikel- und Aerosolmesstechnik konnte der studierte Feinmechaniker und Feinwerktechniker seinen damaligen Arbeitskollegen Fritz Munzinger und seinen Bruder Wolfgang gewinnen, welcher gerade sein Studium der Physik abgeschlossen hatte.

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Einen Businessplan gab es natürlich auch, damit hatte Leander Mölter sogar den dritten Preis in einem Wettbewerb der Zeitschrift „Capital“ gewonnen. Das Preisgeld von 10.000 Mark wurde in Stammkapital der GmbH investiert. „Einen Businessplan muss man haben, aber irgendwann kommt die Realität. Dann muss man Geräte erfinden und entwickeln und so bauen, dass andere die bedienen können. Das ist ein weiter Weg“, erinnert sich­ Dr. ­Wolfgang Mölter-­Siemens an die Anfänge.
Auch Fritz Munzinger hat die schweren ersten Jahre noch gut in Erinnerung. Den geplanten Weg konnte man nicht einfach „so kerzengerade gehen, wie man sich das einmal vorgestellt hat“. Um lukrative Geschäftsfelder zu finden, musste man „auch mal einen anderen Pfad einschlagen“. Und diese Flexibilität, ergänzt Leander Mölter, entwickelte sich zu einer großen Stärke des Unternehmens: „Dass wir immer das Ohr und das Auge am Markt hatten und geschaut haben, was können wir machen, was können wir liefern und was können wir vielleicht sogar mehrmals produzieren, denn darauf kam es ja an“.
„Es gab aber schon Zeiten, da hat man nicht mehr so recht an den Erfolg glauben können“, sagt Fritz Munzinger und irgendwann, erzählt Leander Mölter, wurden auch die Gespräche mit der Bank schwieriger. „Als es ganz eng war, da hat es geheißen, Herr Mölter, wenn Sie das jetzt nicht regeln und in den Urlaub fahren, dann wird keine einzige Überweisung mehr getätigt.“ Der Urlaub mit der Familie wurde gestrichen, zwei Wochen lang Tag und Nacht gearbeitet „und dann haben wir das wieder gedreht“.
Die Idee, Filterprüfstände um das Aerosolspektrometer welas® herum zu bauen, das damals noch PCS hieß, brachte zusammen mit der Lichtwellenleitertechnik und T-­Blenden-Technologie, die Messungen mit Koinzidenzerkennung und ohne Randzonenfehler ermöglichte, den Durchbruch. „Und wenn die Geräte dann auch noch verkauft werden, dann lässt es sich viel besser bauen und entwickeln“, erzählt Fritz Munzinger. „Wie genial die T-Blende war, haben am Anfang viele nicht verstanden. Als sie dann die Vorteile erkannten, konnten wir sagen, dass es bereits patentiert ist“, ergänzt Leander Mölter und lacht.
„Später kam mit Dr.-Ing. Maximilian Weiß und seinem Vater Karl-Heinz die digitale Elektronik dazu. Das war nochmal ein Schritt in die richtige Richtung: Damit waren wir die einzigen, die in sehr hohen Konzentrationen messen konnten“, erzählt Leander Mölter stolz. Es folgten die Entwicklung der Nanopartikelmessgeräte und der sehr erfolgreichen Fein­staubmessgeräte der ­Fidas®-Serie. „Weil ich nicht mehr abhängig sein wollte von Banken, haben wir die ganzen Jahre keine Ausschüttungen gemacht, sondern das Geld immer reinvestiert. So konnten wir diese Entwicklungen ohne einen einzigen Euro von der Bank komplett selbst finanzieren“.

Da er 1991 an die Universität Duisburg wechselte, erlebte sein Bruder Wolfgang diese „guten Zeiten“ nur in den ersten Anfängen. „Wenn man heute hinguckt wie die Firma dasteht, da kann man nur den Hut ziehen, das ist ganz fantastisch“ ist er genauso wie die beiden Mitgründer stolz auf die Entwicklung „ihrer“ Firma ­Palas®.

© Bild von Andreas Mauritz, 2018.

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