M.A. Sarah Kunath

1. Apr. 2026 (15:40)

M-ERA.NET 2026: Warum Aerosoltechnik in Ihrem Förderantrag eine Rolle spielen sollte

39 Millionen Euro, 34 Förderagenturen und sechs Themenfelder – der M-ERA.NET Joint Call 2026 ist eines der wichtigsten europäischen Förderprogramme für Materialforschung. Die Pre-Proposal-Frist endet am 12. Mai 2026.

Wer aktuell einen Antrag vorbereitet, sollte eine zentrale Frage früh klären:

Wie lassen sich Experimente so gestalten, dass sie reproduzierbar, datenfähig und effizient genug für ein internationales Forschungsprojekt sind?

Förderprogramme wie M-ERA.NET legen zunehmend Wert auf methodische Aspekte: High-throughput-Materialscreening, datengetriebene Materialentwicklung (AI/ML), nachhaltige Prozesse und reproduzierbare Experimente über mehrere Partnerstandorte hinweg.

Eine Technologie, die genau diese Anforderungen adressieren kann, gewinnt daher in der Materialforschung zunehmend an Bedeutung: die kontrollierte Aerosolgeneration.

Was M-ERA.NET von Forschungsprojekten erwartet

M-ERA.NET fördert ausschließlich transnationale Projekte. Mindestens zwei Partnerinstitutionen aus verschiedenen Ländern müssen zusammenarbeiten – und häufig werden dieselben Experimente an mehreren Standorten durchgeführt.

Damit solche Projekte funktionieren, müssen Methoden bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Reproduzierbarkeit über mehrere Labore hinweg
  • standardisierte Prozessparameter
  • Datenqualität für Modellierung und AI-Methoden
  • effiziente Screeningverfahren zur systematischen Materialentwicklung

Förderanträge, die diese methodischen Aspekte klar adressieren, zeigen Gutachtern, dass ein Projekt technisch belastbar geplant ist.

Aerosoltechnik als Werkzeug moderner Materialforschung

In mehreren der sechs Förderthemen des Call 2026 – von Batterieelektroden über Beschichtungen bis zu Nanomaterialien für Elektronik – spielen Aerosole eine wichtige Rolle. Sie werden entweder direkt untersucht oder als Werkzeug zur Materialgenerierung, Partikelcharakterisierung oder Schichtbildung eingesetzt.

Der Vorteil aerosolbasierter Methoden liegt in der präzisen Kontrolle von Partikelgröße, Massenstrom und Prozessparametern. Dadurch lassen sich Experimente reproduzierbar durchführen und gleichzeitig systematisch variieren – eine wichtige Voraussetzung für High-throughput-Screening und datengetriebene Materialentwicklung.


Zwei Beispiele aus der Praxis

RBG System – reproduzierbare Pulverdispergierung

Das RBG System dispergiert nicht kohäsive Pulver im Größenbereich von 0,1 bis 200 µm mit hoher Dosierkonstanz. Der Massenstrom – von 0,04 bis 800 g/h – lässt sich aus physikalischen Parametern wie Vorschub und Stopfdichte reproduzierbar bestimmen.

Damit eignet sich das System unter anderem für:

  • Batterieelektroden und Katalysatormaterialien
  • Filter- und Beschichtungsstudien
  • Inhalations- und Partikeluntersuchungen

DNP digital 3000 – kontrollierte Nanopartikelgenerierung

Für Forschungen im Nanometerbereich bietet der DNP digital 3000 eine präzise Methode zur Nanopartikelgenerierung. Durch Funkenentladung zwischen zwei Elektroden entstehen Partikel im Bereich von 20 bis 350 nm.

Neben Graphit können auch Kupfer-, Silber- oder Goldelektroden eingesetzt werden. Der Generator ist zudem im Particle Measurement Program (PMP) als Kalibriergerät etabliert – ein Qualitätsmerkmal, das auch in Förderanträgen relevant sein kann.

Was das für Ihren Förderantrag bedeutet

Die Verwendung etablierter experimenteller Methoden signalisiert Gutachtern, dass ein Projekt über eine robuste methodische Infrastruktur verfügt.

Aerosolbasierte Systeme können beispielsweise unterstützen durch:

  • reproduzierbare Prozessparameter
  • standardisierte Experimente über mehrere Partnerstandorte
  • automatisierte Datenerfassung
  • Integration in datengetriebene Materialentwicklungsansätze

Damit lassen sich sowohl vergleichbare Experimente in internationalen Konsortien als auch systematische Materialuntersuchungen effizient durchführen.

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